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30.09.2017
Fleckviehzüchter tagen in Izmir

Die Türkei wurde als Mitgliedsland in die EVF aufgenommen. Die Besucher waren beeindruckt von der Qualität der meist importierten Fleckviehtiere und vor allem von der positiven Einstellung der türkischen Organisationen zur Landwirtschaft und zur Rinderzucht.


Fleckvieh in der Türkei immer beliebter
Mit über 14 Millionen Rindern hält die Türkei den 10. Rang unter den rinderhaltenden Ländern der Welt. Der Fleckviehanteil mit über 2 Millionen Tieren zeigt stark steigende Tendenz. 2017 weist die Rinderrassen-Statistik 65,6% Holstein, 18,4% Fleckvieh, 11,6% Braunvieh aus. Der Rest entfällt auf Fleisch- und lokale Rassen. Der Fleckviehanteil bei den Importen betrug 2011 nur 18%. Durch die hohe Zufriedenheit der türkischen Landwirte mit den Fleckviehtieren ist der Fleckviehanteil bei den Importen 2017 auf 64 % angestiegen.  Die hohe Qualität der Fleckviehtiere und deren optimale Eignung für die Ansprüche in der Türkei ist für den erst kürzlich neugewählten Präsidenten der türkischen Rinderzüchter-Vereinigung CBAT, Kamil Özcan, selbst Holsteinzüchter, voll erwiesen. Vor allem den ausländischen Besuchern der Tagung hat Kamil Özcan mit der Aussage, „Dass die Rinderzüchter mit ihrer wertvollen Arbeit Geld verdienen müssen, da sie diese wichtige Arbeit für die Gesellschaft sonst nicht länger durchführen werden!“ voll aus der Seele gesprochen.

Neben der Versorgung des Landes mit Energie ist die eigenständige Ernährung der Bevölkerung das wichtigste strategische Ziel der Türkei. Dies ist bei einer stark wachsenden Bevölkerung eine enorme Herausforderung. Die Bevölkerung von momentan 80 Millionen Menschen steigt auch durch Zuzug jährlich um 2 Millionen an. „Fleckvieh ist eine außerordentlich gute Rasse und schön sind die Tiere“, zeigte sich der stellvertretende Staatssekretär Dr. Durali Kosak in seinem Einleitungsreferat begeistert und zuversichtlich.

Dr. Onur Sahin von der CBAT (Cattle Breeder Association Turkey) ergänzte die Statistik über die Entwicklung des Fleckviehs in den letzten Jahren. Die Türkei ist heute nach Deutschland das Land mit den zweitmeisten Fleckviehkühen. Natürlich ist man von türkischer Seite bestrebt, durch Investitionen in die Infrastruktur den Fleckviehsamen aber auch Zuchttiere mittelfristig selbst zu produzieren. Derzeit und auch in den nächsten Jahren ist man aber auf weitere Importe von Zuchttieren angewiesen. Noch heuer sollen 20.000 Tiere importiert werden.


Interessante Betriebsbesichtigungen
Den ausländischen Konferenzteilnehmern wurde das Kennenlernen der praktischen Fleckviehzucht durch die Besichtigung von Betrieben unterschiedlichster Struktur und Größe ermöglicht. Der Aufzuchtbetrieb der CBAT mit 578 Jungtieren – 476 Fleckvieh und 112 Braunvieh ist das Ziel von vielen aus Deutschland und Österreich importierten Jungkalbinnen. Diese werden dort besamt und im höher trächtigen Stadium an kleinere türkische Betriebe verkauft.


Die 1998 gegründete Kamil Dogan Farm befindet sich im Privatbesitz der Familie. Der ehemalige Holsteinbetrieb wurde vor 1 ½ Jahren komplett auf Fleckvieh umgestellt. Der Betriebsleiter schätzt die wesentlich problemloseren Fleckviehkühe. Derzeit werden 130 Kühe gemolken. Am Betrieb wird auch die gesamte Nachzucht gehalten. Demnächst wird er die erste Gruppe, der von den aus Österreich importierten Kalbinnen geborenen Stierkälber, als Maststiere verkaufen.

Die Bontoro Cattle Farm bei Menderes erinnert in dieser trockenen Region an kalifornische Verhältnisse. Das Futter für die Rinder wird über lange Strecken zu den Stallungen transportiert. Derzeit werden insgesamt 1.530 Rinder am Betrieb gehalten. Dieser Bestand teilt sich auf mehrere Rassen auf: 321 Fleckvieh, 155 Braunvieh, 122 Red HF, 346 HF, 358 Black Angus, 117 Red Angus und 111 Charolais auf. Fleckviehkühe aus Deutschland, Österreich und Tschechien stehen auf dem Betrieb gemeinsam unter einem Dach.

Mit reichen und sehr positiven Eindrücken sowie der Überzeugung, dass es den deutschen und österreichischen Zuchttieren in ihrer neuen Heimat gut geht, dass sich die türkischen Viehzüchter bemühen, mit der Fleckvieh-Genetik ihre guten Marktchancen für Milch und Fleisch zu nutzen und die Wirtschaftlichkeit ihrer Betriebe zu verbessern, konnte die Delegation aus Österreich und Deutschland zufrieden nach Hause fahren. 
Josef Miesenberger

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