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12.09.2017
Tierschauen der Publikumsmagnet in Ried
Gesamtsieger Kuehe mittel GIZMARA, Familie Boehm
Gesamtsieger Kuehe mittel GIZMARA, Familie Boehm

Die 2. EUROgenetik Fleckviehschau lockte vor allem beim Preisrichten am Freitag viele interessierte Besucher aus dem In- und Ausland auf die Tribünen. Die ausgestellten Kühe waren beste Werbung für die Rasse Fleckvieh und die Schau auf alle Fälle eine Reise wert.


Die Vielfalt macht es aus
Während der gesamten Woche besuchten circa 250.000 Besucher die Landwirtschaftsmesse in Ried. Es gibt nur ganz wenige Landwirtschaftsmessen im deutschsprachigen Raum bei denen die Rinder, Pferde, Schafe, Schweine und Ziegen dem Publikum in dieser Quantität und Qualität gezeigt werden. Die Kombination einer landwirtschaftlichen Fachmesse mit einer Publikumsmesse ist für die Organisatoren eine große Herausforderung, aber für die Landwirtschaft eine große Chane. Es war in praktisch allen Gesprächen zu spüren, dass die Stimmung unter den Bäuerinnen und Bauern schon lange nicht mehr so gut war. Der in Zusammenarbeit der Firmen Lely, Agrotel und Hirl präsentierte Live-Stall mit Melkroboter wurde geradezu gestürmt. Der Verkaufsleiter der Firma Lely, Andreas Feichtlbauer sagte. „Es wurden ihm noch nie so blöde Fragen gestellt!. Gerade darum geht es auch auf einer Messe. Wir müssen mit den Menschen wieder ins Gespräch kommen und uns nicht nur in derselben Berufsgruppe austauschen.“


2. EUROgenetik Fleckviehschau
Die 2. EUROgenetik Fleckviehschau war, gemessen am Einzugsgebiet der ausstellenden Organisationen, die größte Fleckviehschau, welche je stattgefunden hat. Elf Zuchtverbände - aus Österreich der FIH, RZO, RZV Tirol, VFS und kärntnerrind sowie aus Deutschland die Rinderunion Baden-Württemberg, RZV Franken, RZV Oberfranken, RZO Oberpfalz, ZB Hessen und ZV Wertingen - präsentierten in 13 Gruppen fast 100 Fleckviehtiere. Der Salzburger Fleckviehzüchter Rupert Viehhauser richtete äußerst souverän und kompetent die Gruppen und kommentierte gut nachvollziehbar seine Entscheidungen.


Stiere durften nicht fehlen
Die Partnerorganisationen der EUROgenetik kaufen jährlich rund 200 Stiere für den Besamungseinsatz. Es war deshalb naheliegend, auch eine kleine Gruppe von Wartestieren zu präsentieren. Für den Preisrichter war der sehr korrekte Polarbaer-Sohn PIRLO (MV.: Vanstein), Züchter: Werner Jutz, Breitenbrunn/DE, Hälter: Reinhard Prammer, Neumarkt im Mühlkreis, Besitzer: Rinderzucht Tirol, klar die Nummer 1 dieser Gruppe. Reservesieger wurde der lange, gut bemuskelte, genetisch mischerbig hornlose Sandro-Sohn SKORPION Pp* (MV.: Imposium), Züchter: Wolfgang Huemer, St. Georgen/Attersee, Hälter: Maria u. Josef Kimberger, St. Ulrich/Steyr, Besitzer: OÖ Besamungsstation GmbH. Von den Züchtern wurde aber auch der drittplatzierte Fidelis-Sohn FINDUS (MV.: Romario), gezüchtet vom Betrieb Hackl aus Bad Zell, nicht übersehen.


Große Anzahl hervorragender Jungkühe
Über 30 Erstlingskühe wurden in 3 Gruppen dem Preisrichter in einer sehr ausgeglichenen Qualität präsentiert. In der ersten Gruppe gewann die WALDBRAND-Tochter VIDEO (MV: Imposium) von Margit und Franz Schmid aus Waldzell, FIH. Sie zeichnete sich durch das beste Gesamtpaket dieser Gruppe aus. Die ODES-Tochter REGINA (MV: Wille) von Thomas Burger aus Biederbach/DE, RBW sicherte sich mit ihrem drüsigen, festsitzenden Euter den zweiten Platz.
Die harmonische, mit einem drüsig ausgestattete GS PANDORA-Tochter GISMO (MV: GS Rau) von Reinhard Freinschlag aus Grein, RZO führte die starke zweite Gruppe der Jungkühe an. Ihr folgte als Reservesiegerin die nicht minder beeindruckende MANGAN-Tochter MAIGLOECKERL (MV: Waldbrand) von Gerlinde und Franz Feichtlbauer aus Raab, FIH.
„An der Spitze stehen Hammerkühe“, war Preisrichter Viehhauser von den Siegertieren der dritten Gruppe der jungen Fleckviehkühe begeistert. Zur Siegerin ernannte er die MANTON-Tochter ESTELLA (MV: Ilion) von Uwe und Mark Habermehl aus Lauterbach/DE, ZB Hessen. Die WABAN-Tochter HALMA (MV: Salamander) von Gerhard Fassnacht aus Horb/DE, RBW holte sich mit ihren perfekten Hinterbeinen und ihrer sehr guten Strichplatzierung den Gruppenreservesieg.

In der Finalrunde konnten sich zwei Kühe aus deutschen Zuchtverbänden an die Spitze setzen: Rupert Viehhauser kürte die MANTON-Tochter ESTELLA, die mit ihrer Ausgeglichenheit, ihrem optimal gelagerten Becken und ihrem festsitzenden sehr drüsigen Euter überzeugte, zur Gesamtsiegerin der Jungkühe vor der GS PANDORA-Tochter GISMO, die mit feinem Fundament brillierte.


Hornlos-Genetik ist im Kommen
Die Besamung mit genetisch hornlosen Stieren spielt in Deutschland bereits eine sehr große Rolle. Auch in Österreich gewinnt die Zucht auf genetische Hornlosigkeit bei Fleckvieh an Bedeutung. Mit der Präsentation einer Kollektion genetisch hornloser Kühe wurde den Besuchern ein realistischer Überblick über den aktuellen Stand der Hornloszucht geboten. In der Gruppe der Gruppe mit Teillaktationen siegte die ROLAND-Tochter MADONNA Pp (MV: Maximilian) von Gebr. Lang aus Uffenheim /DE, RZV Franken. Der Preisrichter hob ihr langes, optimal gelagertes Becken hervor, das ihr auch den Gesamtsieg bei den Hornlos-Kühen sicherte. Als Gruppenreservesiegerin entschied sich Rupert Viehhauser für die gut bemuskelte WISCHER-Tochter LOISA (MV: Rechberg) von Rosa und Josef Gruber, St. Georgen am Walde, RZO.
In der zweiten Gruppe gefiel die MESSLATTN-Tochter STARLET Pp* (MV: Ralmesbacher) von Manuel Mayer aus Hüttlingen/DE, RBW mit ihrer tiefen Rippe und ihrem sehr feinen, drüsigen Euter am besten. Sie durfte auch den Gesamtreservetitel der Hornlos-Genetik mit nach Hause nehmen. Zweite in dieser Gruppe wurde die IROLA-Tochter GENIA P (MV: Hall) von Christine und Franz Wimmer aus Pram, FIH.


Fleckvieh in Bestform bei den mittleren Gruppen
Die mittleren Kühe wurden in fünf Gruppen gezeigt. Bei den neumelken Zweitkalbskühen holte sich die kapitale, sehr kompakte HERMANN-Tochter GERA (MV: Rainer) von Silvester und Rosa Felberbauer aus Ternberg, RZO vor der sehr jugendlichen mit einem starken Zentralband ausgestatteten ROMARIO-Tochter SIMONE (MV: Velvet) von Wilhelmine Fischer aus Bruck-Waasen, FIH, den Gruppensieg.

In der Gruppe der altmelken Kühe mit zwei Abkalbungen stachen dem Preisrichter gleich beim Eintrieb zwei Kühe besonders ins Auge: Zum einen die überaus bekannte WILLE-Tochter PENELOPE (MV: GS Rau) von Andreas Übetsroider aus Nussdorf, VFS und zum anderen die mit ihrer straffen Oberlinie und ihrer enormen Geschlossenheit auffallende VLAX-Tochter BERNINA (MV: Mertin) von Christa Lauterbach aus Kirchenpingarten/DE, RZV Oberfranken. Mit ihrer besonderen Ausstrahlung setzte sich PENELOPE an die Spitze ihrer Gruppe und wurde dann auch Gesamtreservesiegerin der mittleren Kühe.

Die GS RAVE-Tochter LETICIA (MV: Hades) von Stefan Enzenhofer, Bad Leonfelden, RZO zeigte in der Gruppe der neumelken Kühe mit drei Abkalbungen das ausgeglichenste Gesamtpaket und wurde dafür mit dem Gruppensieg belohnt. Hinter ihr konnte sich die typstarke GS MG-Tochter IRLA (MV: Vanstein) von Emmerich Hörmandinger aus Bruck-Waasen, FIH einreihen. Eine besondere Erwähnung verdient an dieser Stelle sicher auch die drittplatzierte Zauber-Tochter Erde (MV.: Ettal) vom Betrieb Regina und Manfred Hofbauer, St. Radegund, FIH. Die mittelrahmige Kuh Erde hatte das beste Euter in der Gruppe und bestach auch durch ihr hervorragendes Fundament.

Eine klare Gruppensiegerin fand Rupert Viehhauser bei den altmelken Drittkalbskühen: Die WALDBRAND-Tochter GIZMARA (MV: Samut) sei eine Kuh zum Verlieben, meinte der Preisrichter – kein Wunder, dass die in allen Merkmalen brillierende WALDBRAND-Tochter von Christiane Böhm aus Aufsess/Neuhaus/DE, RZV Oberfranken bei der Gesamtsiegerwahl mittel schließlich auch zur Siegerin gekürt wurde. In ihrer Gruppe konnte sich eine weitere WALDBRAND-Tochter mit ihrem enorm drüsigen, breiten und feinen Euter als Reservesiegerin durchsetzen: MORELLE (MV: Malhaxl) von Gerlinde und Franz Feichtlbauer aus Raab, FIH.

Auch bei den Kühen mit vier Kälbern dominierten die zwei Halbbrüder WALDBRAND und WILLE die Gruppe. Die körperstarke, aber trotzdem auf einem feinen Fundament stehende WALDBRAND-Tochter GIESI (MV: Rodeo) von Veronika Anzengruber aus Pram, FIH siegte klar vor der den Milchtyp charakterisierenden WILLE-Tochter GISELLE (MV: Weinold) von Wilhelmine Fischer aus Bruck-Waasen, FIH.


Dauerleistungskühe als Vorbild
Das Zuchtziel bei der Rasse Fleckvieh ist auf die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit ausgerichtet. Der Verbesserung der Lebensleistung kommt dabei eine ganz große Bedeutung zu. Beim Richten der älteren Kühe hatte der Preisrichter die Wahl zwischen sehr erfolgreichen, Schau erfahrenen Kühen aus Deutschland und Österreich, welche aber noch nie im selben Ring aufeinander trafen. Das gibt es eben nur bei der EUROgenetik Fleckviehschau.

Die HUPSOL-Tochter MAJA (MV: Repteit) von Johann Schipflinger aus Itter, RZV Tirol konnte sich in der Gruppe der Fünftkalbskühe mit ihrem festsitzenden, drüsigen Euter eindeutig an die Spitze setzen. Ihr folgte auf Platz 2 die sehr feingliedrige, jugendliche IMPOSIUM-Tochter VIVIEN (MV: Weinold) von Margit und Franz Schmid, Waldzell, FIH.
In der letzten Gruppe - Kühe mit sechs und mehr Kälbern - konnte wieder eine HUPSOL-Tochter aus Tirol den Sieg für sich verbuchen: MALI (MV: Vanstein) von Bernhard Mariacher aus Virgen, RZV Tirol überzeugte mit straffer Oberlinie und straffen Verbindungen. Den zweiten Platz belegte die sehr ausgeglichene, mit einem ausbalancierten Euter ausgestattete RUREX-Tochter ALASKA (MV: GS Dionis) von Christiane Böhm aus Aufsess/Neuhaus/DE, RZV Oberfranken.
Die ENGADIN-Tochter LIE (MV: Hilbert) von Erich Landwehr aus Neu-Ulm/DE, SFZ war mit elf Abkalbungen mit Abstand die älteste Kuh der Schau. Sie beeindruckte durch ihre Frische und ihren guten Verbindungen. Zu Recht wurde sie aus der Gruppe der Kühe mit sechs und mehr Kälbern herausgestellt. Spontan wurde eine eigene Gruppe kreiert und sie somit Gruppensiegerin.
Bei der Gesamtsiegerwahl der älteren Kühe entschied sich der Preisrichter für die klar den Doppelnutzungstyp repräsentierende MAJA als Siegerin vor der auf sehr stabilem Fundament stehenden Siebtkalbskuh MALI.


Publikumssiegerin bei WALOT–Töchtern
Einen sehr starken Eindruck haben die Töchter des Tieres Walot hinterlassen. Die Gruppe von 8 Kühen des Nachkommen geprüften Vererbers WALOT (Züchter: Josef Geisler, Vöcklamarkt) konnte die Vorzüge dieses in Deutschland und Österreich in der gezielten Paarung eingesetzten Stieres bestens zum Ausdruck bringen. Die meisten der präsentierten Kühe waren in der zweiten Laktation, es waren aber auch drei Erstlingskühe dabei. Die Gruppe war deshalb nicht ganz einheitlich im Rahmen. Auffällig waren die trockenen Fundamente und die hervorragenden Euter mit flachem Voreuterwinkel. In einem Publikumswettbewerb konnte während der gesamten Messewoche die schönste Walot Tochter gewählt werden. Fast 1000 Stimmkarten wurden abgegeben. Publikumssiegerin wurde die im optimalen Doppelnutzungstyp stehende Walot-Tochter Marlies vom Betrieb Wenzl aus Eschenau.

Der FIH und die EUROgenetik-Partner konnten gemeinsam mit den Züchtern der ausstellenden Verbände mit dieser gelungenen Schau eindrucksvoll die Rasse Fleckvieh präsentieren. Der Schau war nach der Bundesfleckviehschau im Frühjahr eindeutig ein weiteres Highlight in diesem Jahr.

Josef Miesenberger, FIH

Siegerliste 2017
Gesamtsieger Kühe jung ESTELLA, B. Habermehl, Lauterbach, ZBHESTELLA Familie Habermehl, LauterbachGesamtreservesieger Kühe jung GISMO, B. Freinschlag, Grein, RZOGesamtsieger Kühe hornlos MADONNA Pp, B. Lang, Uffenheim, RZV Franken
Gesamtreservesieger Kühe hornlos STARLET Pp*, B. Mayer, Huettlingen, RBWGesamtsieger Kühe mittel GIZMARA, B. Boehm, Aufsess/Neuhaus, RZV OberfankenGIZMARA Familie Boehm, Aufsess/NeuhausGesamtreservesieger Kühe mittel PENELOPE, B. Übetsroider, Nussdorf, VFS
Gesamtsieger Kühe alt MAJA, B. Schipflinger, Itter, RZV TirolMAJA Familie Schipflinger, ItterGesamtreservesieger Kühe alt MALI, B. Mariacher, Virgen, RZV Tirol
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