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14.09.2022
Bundesfleckviehschau setzt neue Maßstäbe!
Volles Haus in Freistadt, Oberoesterreich
Volles Haus in Freistadt, Oberoesterreich

Eine Woche lang stand Fleckvieh Austria mit der Abhaltung des Fleckvieh-Weltkongresses in Österreich weltweit im Fleckvieh-Mittelpunkt. Das von den Teilnehmenden sehr gelobte Fachprogramm des Kongresses gipfelte in den letzten beiden Tagen im Besuch der Bundesfleckviehschau. Freistadt war am Wochenende des 3. und 4. Septembers Treffpunkt der nationalen und internationalen Fleckviehviehszene.

 

Beeindruckender Besucherzuspruch vor Ort und virtuell

Mehrere Tausend Besucher aus mehr als 30 Nationen verfolgten an den zwei Tagen vor Ort in Freistadt das absolute Züchter-Highlight des Jahres. Großen Zuspruch und bestes Feedback erntete auch der Livestream der Schau, der von Experten der österreichischen Fleckviehzucht kommentiert wurde und an beiden Schautagen ebenfalls mehrere Tausend Interessierte vor den Bildschirmen bestens unterhielt.

 

Am Samstagabend fand die feierliche Eröffnung, das Finale des FleckScore-Weltcups, die Nachzuchtpräsentationen, der Jungzüchterbewerb und als krönender Abschluss des Abends die Elitetierversteigerung statt. Am Sonntag standen dann die Ausstellungskühe im Mittelpunkt. 115 Fleckviehkühe aus allen österreichischen Zuchtorganisationen wurden in 18 Gruppen präsentiert. Besonders erwähnenswert ist die erfreuliche Breite an Ausstellungsbetrieben. Die auf der Bundesfleckviehschau ausgestellten Tiere stammten aus 125 verschiedenen österreichischen Zuchtbetrieben. Auch die genetische Vielfalt des österreichischen Fleckviehs lässt sich in Zahlen ausdrücken. Die 115 Ausstellungkühe stammten von 66 verschiedenen Vätern ab. Die Creme de la Creme der österreichischen Fleckviehzucht stand im Ring und in einem wahren Marathon rangierte Josef Zieglgänsberger, Zuchtleiter von Mühldorf und Pfaffenhofen, die Tiere, was ihm sichtlich Freude bereitete.

 

Die Bundeschampions

Gleich vorweggenommen: Der ganz große Sieger dieser Schau war Kärnten und sein WEISSENSEE. Die Bilanz von caRINDthia: 2 Bundeschampiontitel. Zur Bundessiegerin der älteren Kühe kürte Josef Ziegelgänsberger die IDAKO-Tochter WANDA von Dullnig Friedrich, Kremsbrücke, und zur Bundessiegerin jung die WEISSENSEE-Tochter ELVIRA von Lichtenegger Karin, St. Margarethen im Lavanttal. Bundesreservesiegerin der Jungkühe wurde ebenfalls eine WEISSENSEE-Tochter: MELONE von Anzengruber Florian, Pram, FIH. Der FIH fuhr mit der IVAN-Tochter HELLEN von Danner Manfred u. Monika, Tarsdorf, auch noch einen zweiten Bundesreservetitel bei den älteren Kühen ein.

Bei den Kühen der mittleren Altersklasse holte die GS WERTVOLL-Tochter KAMILE von Schneidl Werner, Oberzeiring, den Bundeschampiontitel in die Steiermark und die GS DER BESTE-Tochter BALERINA von Gindl Karin, Purgstall/Erlauf, den Bundesreservesieg nach Niederösterreich.

 

Hervorragende Jungkühe

Die Jungkühe wurden in fünf Gruppen dem Preisrichter vorgestellt und dieser war ab der ersten Gruppe von den Kühen begeistert. Nicht nur einmal erwähnte er: „Traumgruppe von Jungkühen aus Österreich.“

 

Die Siegerkuh der ersten Gruppe, HERZAU-Tochter WUPPER von Eigelsreiter Elfriede u. Franz, Michelbach, NÖ. Genetik, verkörperte für ihn alles, was man von einer jungen Fleckviehviehkuh verlangt. Ihr folgte auf Platz 2 die GS WOIWODE-Tochter COREWOI vom Betrieb Haydn, St. Georgen/Ybbsfelde, NÖ.Gen.

 

In der zweiten Gruppe dominierte WEISSENSEE als Vater. Gleich zwei seiner Töchter bildeten das Spitzenduo: Gruppensiegerin wurde aufgrund ihres noch perfekteren Fundaments MELONE von Anzengruber Florian, Pram, FIH, Reservesiegerin wurde ESCHE von Kniewasser Maria und Ernst, Spital/Pyhrn, RZO.

 

WEISSENSEE war auch in der nächsten Gruppe sehr erfolgreich. Seine unglaublich formatstarke, körperhafte Tochter ELVIRA vom Betrieb Lichtenegger aus St. Margarethen im Lavanttal, Kärnten, überzeugte den Preisrichter mit ihrem fehlerfreien Fundament, dem straff sitzenden Euter und ihrer harmonischen Bewegung, so dass er sie zur Gruppensiegerin ernannte. Der Reservesieg in dieser Gruppe wanderte mit der sehr eleganten, mit Entwicklungspotential ausgestatteten GS WOIWODE-Tochter vom Betrieb Stückler, Prebl, ebenfalls nach Kärnten.

 

Eine klare Siegerin gab es für Josef Zieglgänsberger in der vorletzten Jungkuhgruppe mit der mischerbig hornlosen MOKALA PP-Tochter KACEY Pp* von Holzer Katrin u. Gerhard, Pabneukirchen, RZO. Ihr folgte auf Platz 2 die mit einem sehr drüsigen Euter ausgestattete MORI-Tochter KORDOLA von Ernst Petra und Thomas, Wiesmath, NÖ.Gen.

 

Auch in der letzten Jungkuhgruppe war mit der MIDLIFE Pp*-Tochter ANJA Pp* von Hurnaus Josef, Kollerschlag, RZO, die Siegerkuh für den Preisrichter ganz eindeutig und er beschrieb sie mit den Stichwörtern: „Fleckvieh in Perfektion, die Zukunft vor sich, ein Traum“. Zur Reservesiegerin wählte er die mit einem sehr guten Euter ausgestattete MIAMI-Tochter TAMI von Steiner Hannes, Matrei i. O., RZT.

 

Championwahl der Jungkühe – nur Nuancen entschieden

Bei der anschließenden Championwahl standen die besten zehn Jungkühe im Ring, von denen der Preisrichter drei herausstellte, die in die engere Wahl kamen: MELONE (Weissensee x Waldbrand) von Anzengruber Florian, Pram, ELVIRA (Weissensee x Wiffzack) von Lichtenegger Karin, St. Margarethen im Lavanttal, cR, und ANJA 38 Pp* (Mylife Pp* x Vanadin) von Hurnaus Josef, Kollerschlag, RZO. Josef Zieglgänsberger schwärmte über die drei: „Sie zeigen eine sehr gute Bemuskelung, bewegen sich harmonisch, ihre Körperverbindungen sind straff geschlossen und ihre Brillanz ist ihr Euter – besseres Fleckvieh kann es nicht geben.“ Nur Nuancen waren für die Entscheidung ausschlaggebend, wer den Bundestitel mit nach Hause nehmen durfte. Zum Bundeschampion jung kürte er schließlich die WEISSENSEE-Tochter ELVIRA vom Betrieb Lichtenegger aus Kärnten und zum Reservechampion die WEISSENSEE-Tochter MELONE vom Betrieb Anzengruber aus dem FIH. Damit gab es in der Geschichte der Bundesfleckviehschauen eine Premiere, wie sich Andreas Selker von der OÖ Besamungsstation GmbH nach der Schau erfreut zeigte: „Zwei Kühe desselben Vaters errangen in der gleichen Kategorie den Champion- und den Reservechampiontitel – das gab es noch nie zuvor – noch dazu zwei Kühe aus einer Nachzuchtgruppe.“

 

Exzellente Kühe im besten Lebensalter

Die Kühe in der mittleren Kuhklasse wurden in vier Gruppen mit Zweitkalbskühen, zwei Gruppen mit Drittkalbskühen und zwei Gruppen mit Viertkalbskühen vorgestellt.

 

In der ersten Gruppe der Zweitkalbskühe stand mit der GS HERZTAKT-Tochter MELISSA von Ernst Petra und Thomas aus Wiesmath, NÖ. Genetik und der VOLLENDET-Tochter MONA von Anzengruber Florian, Pram, FIH, die zwei Kühe mit den höchsten Euterböden und den straffsten Eutern der Gruppe an der Spitze. Aufgrund der besseren Strichen ging der Gruppensieg an die GS HERZTAKT-Tochter MELISSA.

 

Sehr ähnlich waren sich die Kühe in der zweiten Gruppe der Zweitkalbskühe, dennoch fand er eine klare Nummer 1: die formvollendete, elegante GS DER BESTE-Tochter BALERINA von Gindl Karin, Purgstall/Erlauf, Niederösterreich. Platz 2 ging an die euterstarke DELL-Tochter NADJA von Lenk Georg, Alpbach, RZT.

 

In der nächsten Gruppe der Zweitkalbskühe war die mit einem Top-Euter ausgestattete GS DER BESTE-Tochter SUPI von Luckner Bernhard, Kraubath, RZSTMK, nicht zu schlagen. Das noch bessere Fundament und die optimale Strichplatzierung waren ausschlaggebend, dass sie vor der überragenden REMMEL-Tochter FLORA von Schilcher Johannes, Preitenegg, cR. platziert wurde.

 

Mit ihren Seitenbildern beeindruckten in der nächsten Gruppe der Zweitkalbskühe die GS MIDLIFE-Tochter MELOTE von Mairböck Regina und Karl, Seitenstetten, NÖ.Gen. und die EMMERICH-Tochter GLIMMER von Huemer Wolfgang, St. Georgen/Attergau, RZV. Wegen der besseren Strichplatzierung ernannte der Preisrichter MELOTE zur Gruppensiegerin.

 

Es folgten die zwei Gruppen mit Drittkalbskühen, die den Preisrichter mit ihren straffen, ausbalancierten Eutern begeisterten. Zur ersten Gruppe meinte er: „Diese Kühe sind alle gleichwertig überragend, das fängt in der Reihe vorne an und hört hinten auf.“ Er entschied sich wegen ihrer Eleganz und des noch besseren Euters für die MONUMENTAL-Tochter ENGADIN von Grabenbauer Thomas, Fischbach, RSTMK, als Gruppensiegerin. Zweitplatzierte wurde die MONT BLANC-Tochter ALMA von Schwarzelmüller Franz, Steinbach/Steyr, RZO, die ihre Vorzüge im Baucheuter hatte.

 

In der zweiten Gruppe der Drittkalbskühe griff er zur jugendlichen EVERADE-Tochter OMI von Wolkerstorfer Julia und Mario, Helfenberg, RZO, als Siegerin. Josef Zieglgänsberger wies auf ihren hohen Euterboden hin. Ihr folgte aufgrund ihres besseren Euters die GS WATTKING-Tochter LONDON von Harrer Helmut, Riegersburg, RSTMK.

 

Bei der ersten Gruppe der Viertkalbskühe war es eine knappe Entscheidung zwischen der HERZSCHLAG-Tochter ELKE von Schmidseder Karin und Alois, Enzenkirchen, FIH, und der GS WATTKING-Tochter SIBILLE von Schuhbauer Sabine, Pabneukirchen, RZO. Wegen ihrer Vorzüge in der Sprunggelenksausprägung und in der Voreuteraufhängung reihte der Preisrichter die HERZSCHLAG-Tochter vor die GS WATTKING-Tochter.

 

Sehr angetan war der bayerische Zuchtleiter von der Ausstrahlung und Würde der Siegerin der zweiten Viertkalbsgruppe: GS WERTVOLL-Tochter KAMILE von Schneidl Werner, Oberzeiring, RSTMK. Er bewunderte ihr Fundament und Euter. Den zweiten Platz errang die kalibrige GS VIDEV-Tochter IRAN von Ratzberger Gertraud und Johann, St. Peter/Au, NÖ.Gen.

 

Champion der mittleren Kuhklasse

Bei der Wahl des Champions standen 8 Gruppen- und 8 Gruppenreservesiegerinnen im Ring. Der Preisrichter traf ein „Finale im Finale“ und ließ vier Kühe in die Ringmitte stellen: die zwei niederösterreichischen Zweitkalbskühe BALERINA (V.: GS Der Beste) vom Betrieb Gindl und MELOTE (V.: GS Midlife) vom Betrieb Mairböck, die Drittkalbskuh OMI (V.: Everade) vom Betrieb Wolkerstorfer, RZO, und die Viertkalbskuh KAMILE (V.: GS Wertvoll) vom steirischen Betrieb Schneidl.

 

Jede hätte den Sieg verdient, versicherte der Preisrichter. Dank ihrer überragenden Ausstrahlung wurde die GS WERTVOLL-Tochter KAMILE vom Betrieb Schneidl, RZSTMK, zum Bundeschampion gekürt, zum Bundesreservechampion die GS DER BESTE-Tochter BALERINA vom Betrieb Gindl, NÖ. Genetik.

 

Reifere Kühe überzeugen auf voller Linie

Nach dem Erfolg von KAMILE machte in der nächsten Gruppe – Kühe mit 5 Kälbern – mit KAMILA, einer WEB-Tochter von Wagner Johann und Sonja, Unzmarkt, wieder eine steirische Kuh wegen ihrer noch besseren Kapazität das Rennen um den Gruppensieg. Das beste Hinterbein in der gesamten Gruppe wies die Zweitplatzierte auf: MANUAP-Tochter ROSE von Sommersguter Rosa-Maria u. Bruno, Wenigzell, RSTMK.

 

Die nächste Gruppe der Fünftkalbskühe war etwas gemischt. Die Siegerin war für den

Preisrichter eindeutig die kräftige, absolut korrekte mit einem ausgeglichenen Euter ausgestattete GS VERSETTO-Tochter ARINA von Ratzberger Gertraud und Johann, St. Peter/Au, NÖ.Gen. Bei der Zweitplatzierten, SILBE (V.: Evergreen) von Schmölzer Hannes, Rothenthurn, cR, strich er den guten Eutersitz hervor.

 

Ihre unglaubliche Jugendlichkeit trotz ihrer sechs Kälber brachte der IVAN-Tochter HELLEN von Danner Manfred u. Monika, Tarsdorf, FIH den Gruppensieg bei den Sechstkalbskühen ein. Bei der Zweitplatzierten, SAKIRI (V.: Everest) von Mariacher Bernhard und Bachmeier Sabrina, Virgen, RZT erwähnte der Preisrichter, dass sie eine innere Ruhe ausstrahlt.

 

In der Gruppe der Siebtkalbskühe hätte Josef Zieglgänsberger am liebsten einen Doppelsieg vergeben, wie er meinte. Die zwei Kühe, beide aus Niederösterreich, sind „unfassbar in ihrer Erscheinung und wirken beide wie sehr junge Kühe“. Mit dieser Beschreibung verdeutlichte er die schwierige und denkbar knappe Entscheidung. Schließlich war die noch bessere Geschlossenheit der körperlichen Verbindungen ausschlaggebend, dass die DELL-Tochter SUSAL von Bieder Monika, Rabenstein/Pielach Gruppensiegerin und die GS VOGT-Tochter HAVANNA von Baumann Rudolf und Romana, Laab im Walde, zur Gruppenreservesiegerin ernannt wurde.

 

Die letzte Richtgruppe des Tages bildeten die Grandes Dames der Fleckviehzucht, Kühe, die in ihrem Leben Milchleistungen zwischen 65.000 kg und knapp 100.000 kg erbracht haben. Eine perfekte Achtkalbskuh fand er in der IDAKO-Tochter WANDA von Dullnig Friedrich, Kremsbrücke, cR. Hinter ihr auf Platz reihte sich die VORTEIL-Tochter ALMA von Dichtl Leopold, Virgen, RZT, bei der Josef Zieglgänsberger besonders auf ihr harmonisches Seitenbild hinwies.

 

Finale der älteren Kühe mit beeindruckendem Bild

10 beeindruckende Kühe standen bei der Endrunde im Ring, bei der noch einmal der Bundessieg nach Kärnten ging: WANDA, die IDAKO-Tochter vom Betrieb Dullnig, wurde zum Bundeschampion gekürt, die IVAN-Tochter HELLEN vom Betrieb Danner, FIH, zum Bundesreservechampion.

WEISSENSEE-Tochter ELVIRA von Familie Lichtenegger, St. Margarethen/Lav.; Foto Ariane HaubnerWERTVOLL-Tochter KAMILE von Familie Schneidl, Oberzeiring; Foto Ariane HaubnerIDAKO-Tochter WANDA von Familie Dullnig, Kremsbruecke; Foto Ariane HaubnerDie Bundeschampions 2022: ELVIRA (V: Weissensee), KAMILE (V: Wertvoll) und WANDA (V: Idako) mit Vorfuehrern, Milchkoeniginnen Tina Austaller (2. von links) und Anita Troestl (rechts) und FVA-GF Reinhard Pfleger; Foto: Ariane Haubner
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